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Totengedenken

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Autor Nachricht
Verfasst am: 28. 09. 2010 [23:21]
Admin
Bernie
Dabei seit: 28.09.2010
Beiträge: 4
Ein sehr ergreifendes Gedicht von Dr. Georg Wildmann:

Totengedenken

Noch immer bricht sie auf
die Klage in uns,
die wir noch die Verjagten sind
in unseren alten Tagen,
weitab von den bekannten
und unbekannten Gräbern.
Und das Warum ist uns noch immer
eine quälende Frage an den
Schöpfer der Welten,
den tragenden Urgrund
und der guten Macht.
Wir haben noch das offene Herz,
das bluten kann in den Stunden
herbstlichen Gedenkens.
Sie sind noch unser,
die Verjagten, die Verhungerten,
die Gemordeten, die Soldaten
apokalyptischer Schlachten,
die nicht mehr Wiedergekehrten.

Uns, die wir dem Verhängnis entronnen,
ist Heimat auch bei den Gräbern der Toten,
aus deren Fleisch und Gebein wir stammen.
Das Herz unserer Nachgeborenen,
der Eingelebten, schlägt anders,
die neue Heimat hat erzählte Erinnerung
zur Geschichte gemacht,
tauglich für Bücher. -
Für sie bleibt die Mahnung, das hohe Werk
der Pietät zu üben, gelegentlich wenigstens.
Uns ist gegeben, im Blick auf den
der am Kreuz hinabgestiegen
in die letzte Tiefe des Leids,
den Schmerz leise - wie ein Schatz -
in der Brust zu verschließen,
und geboten,
das Wort weiterzutragen...
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