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Die Serben kamen seinerzeit als Flüchtlinge in das Kaiserreich und nicht unsere Vorfahren siedelten in Serbien!

Ein Streitgespräch unseres Landsmannes Nikolaus Klein mit seinem Nachbarn.

Unsere Vorfahren siedelten innerhalb des habsburgischen Kaiserreiches von A nach B und volbrachten eine der größten Kulturleistungen Europas.

Vor einiger Zeit hatte ich im Freundeskreis unserer Landsleute mit einem mir gut bekannten Landsmann eine erregte Debatte über das Verhalten unserer Landsleute im Banat, der Batschka und Syrmien, während der Zeit von 1941 bis 1944. Damals hatten wir Donauschwaben durch den verlorenen Krieg Jugoslawiens bekanntlich eine beachtliche Freiheit in unserem Gehaben den Serben gegenüber.

Mein Freund behauptete, wir hatten uns dem serbischen Volk gegenüber unkorrekt verhalten, indem wir bei feierlichen Anlässen aufmarschiert sind und lauthals deutsche Lieder gesungen und uns dadurch unkorrekt verhalten haben. Im Land der Serben, wie er sagte.

Wenn mein Freund nur einen Teil der „Donauschwäbischen Geschichtsbücher“ von unseren Historikern wie Josef Beer, Christian L. Bruckner, Oskar Feldtänzer, Josef V. Lenz, Dr. Valentin Oberkersch, Dr. Anton Scherer oder Dr. Georg Wildmann, um nur einige zu nennen, gelesen hätte, würde er sicherlich keine solche Äußerung von sich gegeben haben, denn den einschlägigen Geschichtsbüchern kann man entnehmen, dass Serbien im Norden nämlich seit jeher an der Save endete. Der Save-Fluss bildete die Grenze.

Weiters: das serbische Heer wurde im Juni 1389 in der Schlacht im Kosovo Polje am Amselfeld von den Osmanen vernichtend geschlagen und Serbien war dann rund 500 Jahre lang unter türkischer Herrschaft. Das Leben der Serben war in der Türkenzeit hart und beschwerlich. Es wurden ihnen schwere öffentliche Lasten und Steuern aufgebürdet und sie wurden zu Zwangsarbeiten bei der Erhaltung von Befestigungsanlagen gezwungen. Viele Serben waren daher bestrebt, dem türkischen Joch zu entkommen und flohen im Laufe der Jahrhunderte über die Save in Richtung Norden in das habsburgische Kaiserreich. Dort fanden sie Sicherheit und bekamen alle Rechte, die auch die Einheimischen hatten.

Zunächst kam in den Jahren 1535 und 1538 eine beträchtliche Anzahl von Serben in das kaiserliche Österreich, wobei diese sich verpflichten mussten, die Grenze zu verteidigen. Um 1660 waren der größte Teil der Grenzer Serben.

Nachdem die Truppen des Kaisers 1689 Montenegro und Serbien aufgeben mussten, flüchtete Patriarch Arsenius III., der sich mit 5.000 Kriegern den kaiserlichen Truppen angeschlossen und gegen die Türken gekämpft hatte, mit 30.000 serbischen Familien vor der Rache der Türken.

Kaiser Leopold I. bewilligte die Einwanderung der geflüchteten Serben auf habsburgisches Gebiet nach Syrmien, Slawonien und in die Batschka und am 21. August 1690 erließ er ein Diplom, das die Privilegien der Serben in den Aufnahmegebieten bestätigte.

Auf gut deutsch heißt das: Die Serben kamen durchwegs als Flüchtlinge in das Kaiserreich der Habsburger – und sie wurden nicht nur gut aufgenommen, sondern sogar mit Privilegien ausgestattet. Es ist also nicht so, wie manche serbische Politiker in die Welt hinaus posaunten, dass wir Donauschwaben in ihr Land kamen, ja sogar, dass wir ihnen „ihr Land“ weggenommen haben. Vielmehr siedelten unsere Vorfahren auf Wunsch des Kaisers von Beginn, so um 1690 bis zum Abschluss um 1800 immer und ausschließlich auf dem Gebiet innerhalb des habsburgischen Kaiserreiches. Ziel der Besiedelung des von den Türken zerstörten Landes war es, einerseits das verödete Land urbar zu machen und andererseits sollte die Besiedlung ein Bollwerk gegen die Türkengefahr sein, um dadurch das Abendland vor der totalen Islamisierung zu bewahren.

Erst nach dem Ersten Weltkrieg 1918 wurden das Banat, die Batschka, Slawonien und Syrmien dem südslawischen Staatenbund Kroatien, Slawonien und Serbien – aus welchen Gründen auch immer – einverleibt. Von 1941 bis 1944 gehörte Syrmien zu Kroatien; die Batschka kam zu Ungarn und das Banat kam unter deutsche Militärherrschaft.

Es waren also in der rund 300-jährigen Geschichte unserer Volksgruppe nur 23 Jahre, in denen die Donauschwaben unter der politischen Herrschaft der Serben standen.

So sieht die Wahrheit also aus!

Alle Serben, die heute im Banat, der Batschka und Syrmien leben, sind zum größten Teil Nachkommen ihrer Ahnen, die vor den Türken in das Kaiserreich flüchteten und dort Schutz bekamen. Oder sie kamen nach 1945 in unsere alte Heimat, während an unserer Volksgruppe ein Völkermord begangen wurde.

Das ganze Gebiet der Donauschwaben nördlich der Save und Donau war für die armen Südserben ein echtes Eldorado. Zu Zehntausenden strömten die Serben aus den ärmlichen Gegenden Jugoslawiens in unsere verlassene Heimat, da gab es alles, was das Herz begehrte und zwar ganz umsonst. Da gab es schöne, saubere Häuser mit Möbeln, Geräten, volle Keller und Speisekammern und fruchtbares Ackerland; man brauchte nur zuzugreifen.

Das Gebiet im und um Kosovo war schon immer eine der ärmsten Gegenden, so machten sich ein Großteil der Bewohner auf den Weg ins gelobte Land nördlich der Save und der Donau, wo es alles umsonst gab. In der Euphorie des Sieges kümmerte sich niemand von der damaligen Regierung um das verlassene Land Kosovo. Die Grenze zu Albanien war sperrangelweit offen. Die Albaner waren aber noch ärmer, als die Kosovo-Bewohner – was lag also näher, als dass sich die Albaner im Kosovo ansiedelten und fleißig Kinder zeugten, sodass der Kosovo heute mit 95% Albaner und nur mit 5% Serben bewohnt ist.

Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 1990 – wie damals Milosevic in die Welt hinaus posaunte: „Überall, wo Serben wohnen, ist Serbien!“

Nicht auszudenken, wenn alle Politiker dieser Welt sinngemäß so denken würden. Das alles ist in den Geschichtsbüchern, die bei meinem Freund im Keller liegen, nachzulesen.

Wenn er ab und zu darin nachgelesen hätte, würde er mit Sicherheit nie so unrichtige Äußerungen von sich geben.

Wie sagte doch einst unser ehemaliger Bundeskanzler Bruno Kreisky: „Lernen Sie Geschichte, bevor Sie…“