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Auf den Spuren der Ahnen

Maria Kronister (geb.Joos) hat sich intensiv mit der Geschichte ihrer Ahnen beschäftigt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In über 150 Seiten beschreibt sie die Lebensgeschichte des Anton Joos, geb.1744 wahrscheinlich in Bodnegg/Oberschwaben, gest.1811 in Ruma/Syrmien. Das Buch ist im Jahr 2005 nach 3 Jahren Arbeit im Eigenverlag erschienen.
Johannes Fellner führte mit der 2 fachen Mutter, die mit ihrem Mann in Wilhering lebt, ein Interview.

Wappen von Ruma

Fellner: Sich so umfangreich mit diesem Thema zu beschäftigen ist ja nicht selbstverständlich, wie kam es denn dazu?

Kronister: Eine Tante von mir hat 1990 bei einem Rumaer Ahnenforscher einen Stammbaum unserer Familie in Auftrag gegeben. Da es viele Lücken gab, ist in mir damals schon der Wunsch aufgetaucht, diese zu ergänzen. Nachdem ich 2002 in Pension ging, machte ich mich gemeinsam mit meinem Mann auf die Spurensuche.

Joos Haus in Ruma

Fellner: Ihr seid ja dabei auch viel in die Länder deiner Ahnen gereist. Zuerst ging es, glaube ich, in die Heimat der Eltern.

Kronister: Ja, 2002 sind wir gleich nach Ruma gefahren. Das Elternhaus steht ja noch und mein jüngerer Bruder, der bei dieser Reise dabei war, hat mir noch vieles zeigen und erklären können.
Sehr aufschlussreich waren für mich in Ruma auch die Gespräche mit unserer einheimischen deutschen Gastfamilie. Dort wurde mir auch einiges über den Zeitraum von 1941 bis 1944 berichtet, das wird ja leider von vielen Menschen verschwiegen.
In Mitrovica haben wir 2003 und 2005 die Archive durchstöbert, die Leute waren dort sehr hilfsbereit. Das sind schon sehr ergreifende Momente, wenn man auf einmal in den alten Büchern die Spuren der Ahnen entdeckt.

Recherche im Archiv

Fellner: Und dann habt ihr die Reise ins Elsass und nach Bodnegg im Schwarzwald angetreten.

Kronister: Das war dann  2003 und 2004. In Strasbourg sind zum Beispiel die Matrikelbücher mikroverfilmt. Dort war es sehr mühsam, sich durch soviel Material durchzuarbeiten. Ohne die Unterstützung meines Mannes hätte ich aufgegeben.

Fellner: Aber dann hattest du die Lücken im Stammbaum geschlossen. Wie ging es weiter?

 

Kronister: Fast alle Lücken. Eine kleine Unsicherheit im Stammbaum bleibt bis heute bestehen, ob nämlich die Linie des Anton Joos wirklich nach Bodnegg geht. Ich habe mich aber damit abgefunden. Der Aufwand, hier weiterzusuchen ist einfach zu groß.
Nachdem also der Stammbaum immer größer geworden ist, ich die Orte und Landschaften bereist hatte, ist in mir der Wunsch aufgetaucht, die Lebenswelten meiner Ahnen kennenzulernen.
Mich interessierte: Wie war das damals im 18Jh.? Wie waren die Lebenssituationen im Schwarzwald, im Elsass und in Syrmien?
Europa befand sich ja permanent im Krieg. Seuchen, Krankheiten und die hohe Kindersterblichkeit waren erdrückende Lebensumstände.
Dies wollte ich in einem eigenen Kapitel beschreiben und daher begann ich für die Lebensreise des Anton Joos, die Familien-Figuren zu entwickeln.

Fellner: Beim Lesen deines Buches hat mich gerade dieses Kapitel fasziniert. Du erzählst das bewegte Leben des Anton Joos und seiner Familie sehr detailgetreu, spannend und lebendig. Wie wenn du selbst dabei gewesen wärst.

Kronister: Die Geschichte, dass Anton Joos aus der Bodenseegegend oder aus dem Elsass kommt, wurde in unseren Familien von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Da konnte ich anknüpfen. Das Schreiben habe ich dabei als einen Prozess der Selbstfindung erlebt. Mich hat diese Arbeit tiefer in mein Leben verwurzelt. Das Forschen, Schreiben war ein nervenaufreibender, aber auch ein spannender und schöner Abschnitt meines Lebens.

Fellner: Gibt es noch weitere Pläne für die Zukunft?

Kronister: Ja, der zweite Teil ist schon in Arbeit. Von meiner Tante, meinen Cousinen und Cousins die noch in Ruma aufgewachsen sind, habe ich Erzählungen gesammelt. Diese möchte ich in einem neuen Buch zusammenfassen.

Fellner: Danke für das Gespräch und viel Erfolg bei der Verwirklichung des neuen Buches.

Anmerkung: Frau Kronister hat uns dankenswerterweise ihr Buch im pdf Format zur Verfügung gestellt. Sie können es hier ansehen und downloaden.
(Bitte beachten sie dabei, dass auf Rücksicht noch lebender Nachkommen die Seiten 75 -82 herausgenommen wurden).